Reguläres Training; Präsenz-, Klassenraumtraining, Seminar, Workshop  Die eigene Lehre beforschen: Das Prinzip des Scholarship of Teaching

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Warum gelingen manche Lehrveranstaltungen ganz einfach, während andere Veranstaltungen von Lehrenden und Lernenden als sehr schwierig, zäh oder problematisch empfunden werden? Warum empfinden Studierende von mir gestellte Aufgaben als zu leicht oder zu schwer? Wieso gibt es manchmal Beschwerden über meine Lehre oder Prüfungen? Wie passt meine Lehre in das Curriculum?
Solchen und ähnlichen Fragen stellen sich die meisten Dozierenden im Laufe ihrer Lehrtätigkeit. Das Prinzip des Scholarship of Teaching (and Learning) (SoTL) bietet die Möglichkeit, sich wissenschaftlich mit der eigenen Lehre und dem Lernen der Studierenden im spezifischen institutionellen Umfeld zu befassen. Dabei sollen durch systematische Reflexion und die strukturierte Aufbereitung der Untersuchung der eigenen Lehre Erkenntnisse und Ergebnisse generiert werden, die mit der (fach)wissenschaftlichen Öffentlichkeit geteilt werden können. Es handelt sich also um eine Anwendung der Ideale des Forschenden Lernens auch auf die Fragen der eigenen Lehre (vgl. Brew 2010). Dies entspricht dem professionellen Selbstverständnis von Lehrenden, die ja eben vor allem auch Forschende sind.
Der Diskurs des Scholarship of Teaching geht zurück auf Boyer (1990), der im Auftrag der Carnegie Foundation untersucht hat, inwieweit Lehre, gerade an forschungsstarken Einrichtungen, in Bezug auf tenure and promotion decisions geringer bewertet wird als Forschung. Dieser Diskurs ist vor allem im englischsprachigen und mittlerweile im skandinavischen Raum weit verbreitet, um das Prinzip des Oberflächenlernens auf Seiten der Lehrenden (also die Orientierung an schnellen Lösungen) zu Gunsten einer evidenzbasierten, reflexiven Analyse und Entwicklung für Lehr-Lernsituation zu durchbrechen.
In diesem Kurs werden wir das Konzept des Scholarship of Teaching vorstellen und Chancen, sowie Herausforderungen diskutieren. Sie werden Fragestellungen für Ihre eigene Lehre definieren und diskutieren, welche Wege sinnvoll sind, um diese zu beantworten. Hierzu werden Sie geeignete Fachliteratur rezipieren, um an der Verbesserung der eigenen Lehre im Speziellen und der des Faches im Allgemeinen zu arbeiten. Sie werden anhand der im Workshop entwickelten Hypothesen eine Lehrveranstaltung durchführen und die Ergebnisse so dokumentieren, dass die Wirksamkeiten der vorgenommenen Veränderungen nachvollziehbar sind.
Bei Interesse können die Arbeiten als Modul III Arbeiten angerechnet und als Blog Beitrag veröffentlicht werden.
Lernziele:
Am Ende des Kurses können Sie
  • Chancen und Herausforderungen des Scholarship of Teaching benennen.
  • die Prinzipien des SoTL auf die systematische Reflexion über Ihre eigene Lehre anwenden.
  • Hypothesen zur Weiterentwicklung fachspezifischer didaktischer Fragestellungen bilden und bearbeiten.
  • erste Erkenntnisse zur Innovation der Lehre Ihres Fachs kommunizieren.
Lehr-Lernaktivitäten:
  • Input der Dozent*innen
  • Gruppendiskussionen
  • Individuelle Schreibaufgaben
Voraussetzungen:
  • Modul 1 muss für den Besuch dieser Veranstaltung zwingend abgeschlossen sein.
  • Vor der Veranstaltung wird die Lektüre des Buches "What the best college teachers do" von Ken Bain empfohlen.
 
Dauer
2,00 Tage (16 AE)