Inhalt
Das Studium ist mehr als die Verlängerung der Schulzeit – es bedeutet für Erstsemester einen fundamentalen Rollenwechsel. Aus Schüler*innen werden eigenverantwortliche Studierende, die sich in einem neuen, hierarchisch geprägten System zurechtfinden müssen. Viele Neu-Studierende schwanken anfangs zwischen alter Schüler*innenrolle und neuer akademischer Identität, was ihr Selbstbild und ihre Lerngewohnheiten herausfordert. Wie können Hochschullehrende diesen Übergang erleichtern und ihre Studierenden dabei unterstützen, sich als selbstwirksame und reflektierte Lernende zu entwickeln? Im geplanten Workshop tauschen Lehrende unterschiedlicher Fachrichtungen ihre Erfahrungen aus, lernen zentrale Konzepte wie Selbstwirksamkeit und Identitätsentwicklung kennen und erproben Methoden für die Förderung von Reflexionsfähigkeit und selbstständigem Lernen. Durch praxisnahe Beispiele und kollegialen Austausch entstehen gemeinsam neue Ideen, wie Studierende ihr Ankommen im Studium besser bewältigen. So werden Lehrende zu Struktur gebenden Wissensvermittler*innen und zu empathischen Lernbegleiter*innen, die dazu beitragen, dass der Schritt von der Schulbank in den Hörsaal erfolgreich gelingt.
Lernziele
- Sensibilisierung für den Rollenwechsel: Die TN erkennen die Unterschiede zwischen schulischem Lernen und Studium und sind für die besonderen Herausforderungen des Übergangs von der Schüler*innen- in die Studierendenrolle sensibilisiert.
- Theoretische Grundlagen kennen: Die TN kennen die Konzepte der Selbstwirksamkeit (Bandura), der Identitätskonstruktion (Keupp) und der Lernbiographie und verstehen deren Bedeutung für die Begleitung von Studienanfänger*innen.
- Studentisches Selbstkonzept stärken: Die TN sind in der Lage, die Entwicklung eines studentischen Selbstkonzepts bei ihren Studierenden bewusst zu fördern – z.B. indem sie Anerkennung und Unterstützung bieten, welche die Identitätsfindung und das Zugehörigkeitsgefühl zur Hochschule begünstigen.
- Reflexions- und Metakompetenzen fördern: Die TN können didaktische Methoden einsetzen, die die Reflexionskompetenz und metakognitiven Fähigkeiten der Studierenden anregen, damit diese ihr eigenes Lernen kritisch hinterfragen und selbstständig steuern können.
- Selbststudium unterstützen: Die TN haben konkrete Ideen entwickelt, wie sie Studierende zum effektiven Selbststudium motivieren und anleiten können.